Kultur und Sehenswürdigkeiten
Die Stadt Wels verzeichnet stets einen großen Ansturm von Touristen. Dabei sei jedoch angemerkt, dass die Mehrheit des Tourismus durch die Welser Messer bedingt ist. Angaben des Tourismusverbandes zufolge verzeichnet dieser jährlich bis zu 150.000 Nächtigungen. Weitere 90.000 Menschen besuchen jährlich die Stadt Wels ohne jedoch zu übernachten.
Im Rahmen der Architektur sei festgehalten, dass sehr viele historische Gebäude, Kirchen und andere Bauten nicht mehr erhalten sind. Viele dieser sind vor allem der Modernisierung sowie Bränden zum Opfer gefallen. Ein berühmtes Beispiel, das an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben darf, ist die mittelalterliche Stadtmauer sowie die damit verbundenen Stadttore, welche heute nur mehr teilweise erhalten sind. Im Zuge der Errichtung der Ringstraße hat man sich entschlossen, das Schmidttor im Jahre 1875 abzureißen, da es, so hieß es, schlichtweg „im Weg war“. Das Fischertor wurde nach einem Brand 1870 völlig zerstört, jedoch in Folge nicht mehr aufgebaut. Das Trauntor wurde bereits im Jahre 1842 abgerissen. Ebenso hat man sich für ein Abreißen des damaligen Semmelturmes entschieden. Ihn ereilte das Schicksal im Jahre 1959. Somit ist heute nur mehr das Wahrzeichen von Wels, nämlich der Lederertum, übrig geblieben.
Viele Gebäude und Häuser in Wels, vor allem auf dem Stadtplatz, stammen aus dem 13. Jahrhundert. Sie gehören heutzutage zu den Kunstdenkmälern der Welser Stadt. Als besonders wertvoll gelten zudem die Dutzenden Arkadenhöfe, die bis auf das 16. Und 17. Jahrhundert zurückreichen. Sie sind sogar teilweise öffentlich zugänglich und können demzufolge besichtigt werden.
Die Burg Wels zählt zu den wichtigsten Gebäuden von Wels und zählt demnach zum Welser Stadtkulturerbe. Obwohl die Ursprünge der Burg bis heute nicht aufgedeckt werden konnten, so weiß man, dass die Burg ihr heutiges Aussehen Kaiser Maximilian I. verdankt. Ab 1954 befand sich das Stadtmuseum in der Burg. Auch heute ist die Burg noch Ort zahlreicher Ausstellungen.
Auch das Minoritenkloster zählt zu den wichtigsten Bauten im Rahmen der Stadt Wels. Hierzu ist zu sagen, dass der Bettelorden der Minoriten in Wels um 1280 gegründet wurde. Der Orden setzte sich für die Errichtung eines Gotteshauses sowie eines Schutzhauses für die gesamte Stadtbevölkerung ein. Weiters sei erwähnt, dass die Minoriten vor allem von Almosen lebten. Später erhielten sie jedoch weitreichende Unterstützung von ortsansässigen Adeligen sowie später von den Habsburgern. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts erbaute man die sogenannte Barbarenkapelle an die Mauern des Minoritenklosters an. Das Kloster war zudem nicht nur ein Gotteshaus, sondern wurde zwischenzeitlich auch als kaiserliches Hofspital genutzt. Erst ab 1784 ging das Kloster in den alleinigen Besitz der Stadt Wels über. Die Stadt benutzte das Kloster fortan für das Militär, die Feuerwehr oder für Wohnungen bis es schließlich einer Generalsanierung und Renovierung für die OÖ Landesausstellung im Jahre 2000 unterzogen wurde.
Als wichtigste Kirche der Stadt Wels gilt die sogenannte Stadtpfarrkirche (Wels). Die Stadtpfarrkirche wurde im Jahre 888 das erste Mal urkundlich erwähnt. Damals war die Kirche jedoch eine hölzerne Kapelle. Erst im 14. Jahrhundert wurde damit begonnen, die Glasfenster neu zu gestalten. In diesem Zuge vollzog sich ein Umbau der Kapelle zu einer rein gotischen Kirche. Die Kirche erhielt innerhalb von 19 Jahren vier Ablassbriefe, in welchen unterschiedliche Gebete sowie finanzielle Beiträge und Gaben, die einen Ablass bzw. ein Freisein von Sünden gewährleisten würden, geführt waren. Die Stadtpfarrkirche zeichnet sich durch eine Vielzahl romantischer Elemente aus. Darüber hinaus ist die Kirche „Stellplatz“ für einzelne Sarkophage der Welser Adelsfamilie Polheim.
Die Stadt Wels verfügt sogar über ein eigenständiges Theater, nämlich das Stadttheater Greif, welches im Jahre 1904 erbaut wurde. Das Theater füllt 630 Plätze und wird heute als Veranstaltungsort für Bälle, Kabaretts, Ballettaufführungen, Kongresse und als Sitz des Programmkinos genutzt. Außerdem findet im Stadttheater Greif das jährliche Richard-Wagner-Festival statt. Dieses feierte bereits im Jahre 2005 sein 10-jähriges Jubiläum.
Auch im Bereich des Kino und der Kinematographie befindet sich die Stadt Wels an vorderster Front. Es war tatsächlich die Stadt Wels, in welcher im Jahre 1990 das erste Kino Oberösterreichs „Kieners Kinematograph“ in Betrieb genommen wurde. Bereits sieben Jahre später, genau genommen 1907, wurde es noch vor der Eröffnung des ersten Kinos in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz verkauft und 1910 in „Kino Patry“ umbenannt. Bis vor neun Jahren durfte sich Wels mit vier unterschiedlichen Kinos schmücken. Heute befindet sich nur noch ein Kino der Gruppe Megaplex und ein Programmkino im Stadtgebiet.